In den über 55.000 Wohngebäuden im Landkreis Ansbach befinden sich rund 88.000 Wohnungen. Das bedeutet, dass sich statistisch etwas mehr als 2 Personen eine Wohneinheit teilen. Der Flächenverbrauch nimmt immer weiter zu, auch im Wohnbereich. Eine Person hat im Landkreis Ansbach in etwa 55 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung, die nicht nur gebaut, sondern auch beheizt werden muss.
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Wohngebäude
Nimmt man die Altersstruktur der Wohngebäude genauer unter die Lupe fällt auf, dass 56% der Gebäude vor 1980 errichtet wurden. Dementsprechend hoch sind hier die Potenziale für energetische Sanierungsmaßnahmen.
www.klimaschutz-landkreis-ansbach.de | Stand: 2025
Die Wärmeversorgung der rund 55.000 Wohngebäude allein ist verantwortlich für 12% der Treibhausgasemissionen im Landkreis Ansbach. Aufgrund der Größe des Landkreises und der mit 95 Einwohnern pro km² dünnen Besiedlung gibt es kein flächendeckendes Erdgasnetz und kein großes Fernwärmenetz. Deshalb ist nahezu jedes Gebäude mit einer eigenen Heizung ausgestattet, davon fast die Hälfte mit einer Ölheizung. Darüber hinaus gibt es noch etwa 49.000 Einzelraumfeuerstätten, das heißt meist holzbefeuerte Kaminöfen, Schwedenöfen oder andere Öfen.
Aber es hat sich in den letzten Jahren bereits viel getan. An vielen Biogasanlagen und Holzhackschnitzelheizungen sind Wärmenetze angeschlossen, die teilweise ganze Ortsteile zentral mit Wärme versorgen. Auch lässt sich ein Rückgang an Öl- und Gasheizungen in den vergangenen Jahren feststellen.
Im Landkreis Ansbach werden pro Einwohner ca. 12.000 kWh Wärmeenergie verbraucht. Das entspricht etwa 1.200 l Heizöl oder 11,2 Kubikmeter Hackschnitzel.
Erneuerbare Energien spielen bei der Wärmebereitstellung im Landkreis Ansbach eine zunehmende Rolle. Rein rechnerisch liegt der Anteil von Erneuerbaren Energien am Wärmeverbrauch bei 39% und damit deutlich über dem deutschlandweiten Durchschnittswert von 17%.
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Am Dienstgebäude 1 des Landratsamtes wurde die bestehende Wärmeerzeugung über Gaskessel Großteils durch eine 200kw-Hackschnitzelheizung ersetzt. Der Hackschnitzelbunker hat ein Volumen von etwa 60 m³ und die Heizung deckt rund 80 % des Wärmebedarfs des Gebäudes durch den nachwachsenden Rohstoff „Holz“. Damit wird der CO2-Ausstoß der Wärmeerzeugung um etwa 2/3 reduziert und wieder eine klimafreundliche Maßnahme umgesetzt.
Die Förderung wurde durch die Z-U-G gGmbH koordiniert (Laufzeit bis Ende 2025). Das Förderkennzeichen des Projekts lautet 67K13867M.
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.
Nähere Informationen zum Förderprogramm finden Sie hier!
Eine Tonne CO2 entsprechen etwa 340 l Heizöl oder 500 m³ Erdgas.


Dr. Gerd Hofmann, Koordinator und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Campus Feuchtwangen, Hochschule Ansbach